Ja, so ist es in der Politik.
Hauptsache irgendwelche Katastrophen nutzen, die einem im Wahlkampf behelflich sein könnten.
Dabei ist es egal, welche Partei an den Trog will oder ist, eine Flut kommt immer recht.
Davon kann auch der jetzige Bundeskanzler, gerhard Schröder ein Lied singen, der 2002 an der Oder die perfekten Wählerstimmen gesichert hat.
Nun ist die Flut mal im Süden, und die Politiker aller Parteien reißen sich drum, an den Sandsackdämmen ihre Fotos zu machen.
Aktiver Wahlkampf, so kann man das nennen.
Jeder will besser sein als der andere, jeder macht den anderen schlecht. So kann eine Politik nicht funktionieren. In einer Regierung muß die ganze Regierung an einem Strang ziehen, und nicht jeder Politiker versuchen, den der anderen Partei schlechtzumachen.
Und den Wahkampf mit flutopfern zu machen, grenzt schon an Leichenfledderei. Natürlich ist dieser Begriff sarkastisch überzogen, aber ich denke, es reflektiert genaustens die Meinung, die ich persönlich davon habe.
Daß sich Politiker in Krisensituationen um die Betroffenen kümmern sollen und müssen, steht außer Frage, aber es sollte selbstlos geschehen, allein zum Wohle des Volkes, oder des betroffenen Teils.
Wenn man sich dadurch dann ausgezeichnet hat, so kann es keine bessere Wahlkampagne geben als die Wohltat an der Bevölkerung.
„Das neue Hochwasser, das für Betroffene in den Überschwemmungsgebieten gewiss schwer wiegende Konsequenzen hat, bringt dem Kanzler keine Punkte. Bayerns Regierungschef Stoiber wird schon beweisen wollen, dass in seinem Lande kein Bedarf ist an Krisenmanagern aus der Ferne. Also kein wählerwirksames Thema. Geschichte wiederholt sich eben nicht”, schrieb die „neue Osnabrücker Zeitung am Mittwoch.
, so schreibt es Focus Online in ihrem Artikel – “Regengott kein SPD-Mitglied”
Über diesen Link könnt ihr auch den weiteren Text von dem zitierten Artikel lesen.
Nach dem Artikel in Fucus Online begab ich mich wieder auf die Internetseite des Spiegel Online, und habe dort ebenfalls Artikel über die Flut in Zusammenhang mit dem Wahlkampf erwartet.
Ich wurde nicht enttäuscht.
Nach den Überflutungen im Alpenraum wird der Hochwasserschutz zum Wahlkampfthema: SPD-Fraktionsvize Müller hat Union und FDP vorgeworfen, wirksame Schutzmaßnahmen zu verhindern. Entsprechende Gesetze seien im Bundesrat “Zug um Zug entschärft” worden, sagte Müller.
Berlin/München – Dabei sei immer wieder darauf hingewiesen worden, dass Überflutungen wegen der Klimaänderungen zunehmen könnten, sagte Müller heute. Union und FDP reagierten offenbar nur unter dem Druck der Öffentlichkeit, wenn die Katastrophe bereits eingetreten sei.
Doch geht es bei Spiegel Online mehr um das politisch Interne Aufbrausen, und gegenseitigen Schuldzuschiebungen.
So hat es dann indirekt doch wieder mit dem Wahlkampf zutun. Wer hat versagt, wer hat nicht genug in den Hochwasserschutz investiert, wer soll der Leidtragende sein.
Meine Antwort: der Leidtragende ist immer die betroffene Person selbst.
Wir alle sind immer nur die Schachfiguren, die es gegeneinander auszuspielen gilt, wenn es um politische Mehrheitsentscheindungen geht.

August 24th, 2005
Christoph
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