Fonts – Schriftarten

Der aktuelle Rechtsstreit um Lizenzmißbrauch an Schriftarten läßt mich langsam am geistigen Alter der Menscheit zweifeln.
Sind doch Kopien und Kopien von Kopien immer auch die Entwicklung gewesen.
Wären Kopien nicht gewesen, hätte man niemals Fortschritte machen können.

Heute weiß der Mensch sich alles zu lizensieren.
Daß sogar Schriftarten gehandelt werden wie bares Gold ist reine Hohn.
Und dann entdecken doch ein paar pfiffige Leute eine etwaige Urheberrechtsverletzung, weil die Schrift doch der eigenen sehr ähnlich sieht, zumal der Konzern schon vor Jahren einen ähnlichen Streit hatte.

Streit zwischen Linotype und Microsoft, das nächste Jahr wird zeigen was dahinter steckt.

Bei der zum Vorbild “Helvetica” sehr ähnlichen Schriftart “Arial” musste sich Microsoft bereits Plagiatsvorwürfe gefallen lassen, mit Segoe scheint die Sache aber noch etwas pikanter zu sein.

Link: Golem – Microsofts Windows-Vista-Schriftart – Alles nur geklaut?

Sicher, manche machen ihr Geld mit Rechtsstreitigkeiten, andere Arbeiten dafür, andere hingegen leben von anderen.
Obwohl das erste und das letzte schon sehr verwandt ist.
Eine erste amtliche Stelle soll festgestellt haben, daß sich nur unter “penibler Betrachtung” Gemeinsamkeiten bei dem Buchstaben “j” und der Ziffer “1″ erkennen lassen.
Wenn dem wirklich so ist, dann frage ich mich, was der Streit soll.

Schrift ist Kunst, aber eine allgemeine Kunst. So sehe ich das, und Schriftarten für hunderte wenn nicht tausende von Euros anzubieten ist schlicht lächerlich.
Eher würde ich auf sowas verzichten denn verwenden und kaufen.
Die Schriften die ich verwende, kommen lediglich von Sammlungen die dies ausdrücklich erlauben.

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4 Responses to “Fonts – Schriftarten”

  1. Waszszaf sagt:

    Dann verzichte halt.

    Gute Schriften zu entwickeln ist eine Heidenarbeit, die viel Know-How erfordert.

    Nur weil viele Leute keine Ahnung haben, was eine gute Schrift ausmacht, darf man nun nicht die Diktatur der Ahnungslosen einführen.

  2. Christoph sagt:

    Ist jedem sein Recht was er macht, aber wenn ein Rad millionenfach neu erfunden wird, dann wirds auch dämlich.
    Sicherlich bin ich kein Schriftenfachmann, aber der beim Betrachten der beklagten Schrift fand ich nichts Besonderes an ihr, was den hohen Preis rechtfertigen würde.

    Und Schriften sind was Oberflächliches. Da zählt die Optik, und nicht die Mathematik die dahinter steckt.
    Aber wie schon gesagt, ich bin ein solcher “Ahnungsloser” und werde es in dieser Hinsicht bleiben :)

  3. Waszszaf sagt:

    Naja, aber wenn du solchen Oberflächlichkeiten, die rein Optik sind, keinen kommerziellen Wert zugestehst, dann müßte auch der (imaginäre — ist ja sicher nicht verkäuflich) Kaufpreis der Mona Lisa oder anderer Gemälde dich in den Wahnsinn treiben. :-)

  4. Christoph sagt:

    Nun, meine zugestandende Oberflächlichkeit läßt mir leider keine Wahl um wirklich drüber zu urteilen.
    Wenn ich natürlich einen Vergleich zu geschätzter Kunst habe, wonach jede wirklich eine offensichtliche Eigenständigkeit besitzt, ja nichtmal penibel betrachtet mit einem anderen Kunstwerk verglichen werden kann, dann kann ich nur sagen, daß der Vergleich etwas unpassend wirkt :)

    Sicherlich wird ein Fachmann Unterschiede in Schriften erkennen, die der bloße Betrachter noch nichtmal beim hundertsten Hinsehen an den Schriften erkennen würde.

    Ich habe auch kein Verständnis für komische Kunst mit einem Punkt auf weißer Leinwand ;)
    Das sollte jetzt nicht irrtümlicher Weise so verstanden werden, daß ich die Typhographie abwerte! Blos nicht.
    Ich bin mir nur sicher, daß es kaum möglich ist Neues zu schaffen, ohne etwas altes, wenn auch nur aus Versehen, anzustoßen.

    Wo wir schon so gut bei der Kunst sind:
    Leaonardo DaVinci soll seinen Schülern gesagt haben: “Seit aufmerksma, kopiert wo ihr nur könnt! Gefällt Euch die Nase des einen Künstlers, so nehmt diese, die Augen des anderen Künstlers. Kopiert diese, verbessert sie, lernt daraus…”
    Ist nicht mehr der Wortlaut, habe das lediglich vor Jahren mal gelesen. Aber dieser Satz ist jedem heutigen Urheber natürlich ein Dorn im Auge. Aber ich denke mal, es verdeutlicht das, was ich ausdrücken wollte mit der Urheberschutzmanie der heutigen Welt.

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